KANZLEI KÖNIG
KANZLEI KÖNIG

Fördermittel

Fallbeispiele, allgemeine Informationen

Fördermittel gibt es vor allem in der Form von

- nicht zurückzahlbaren Zuschüssen

- Zinsgünstigen Darlehen
- Bürgschaften und Beteiligungen

ÜBERSICHT ÜBER DIESE SEITE

A. Nicht rückzahlbare Zuschüsse

B. Zinsgünstige Darlehen/ Verhandlungen mit der Hausbank
1. Wichtig: Einführung in die "Problematik" von öffentlich geförderten Darlehen
2. Allgemein zu öffentlich geförderten Darlehen
3. Neue Konditionen seit Mai 2005
4. Beispiel mit relativ geringer Realisierungswahrscheinlichkeit
5. "Verhandlungsituation"
6. Beispiel mit mittlerer Realisierungswahrscheinlichkeit
7. Kombination von Zuschüssen und Darlehen

C. Bürgschaften und Beteiligungen

- EN DÉTAIL:

A. Nicht zurückzahlbare Zuschüsse

Viele Unternehmen habe zwar die Kenntnis, dass es für unternehmerische Vorhaben -zumindest theoretisch- öffentliche Kredite gibt. Dass der Staat aber für verschiedenste Vorhaben nicht rückzahlbare Zuschüsse, oft bis zu 50 % der anfallenden Kosten, teilweise noch mehr, zuschießt, ist vielen völlig unbekannt.

Dabei sind dies mit Abstand die lukrativsten Fördermittel, die öffentliche Stellen zur Ausschütttung freigeben. Der Staat stellt diese vor allem Unternehmen von kleinerer und mittlerer Größenkategorie (z.B. bis zu 250 Mitarbeitern, KMU's = kleine und mittlere Unternehmen) zur Verfügung:

Ein Unternehmen hat eine Aktivität vor, welche unter den Katalog der vielen Hundert Förderprogramme fällt: Der Staat verspricht sich einen Vorteil für die wirtschaftliche Entwicklung seiner Volkswirtschaft durch die anstehende Aktivität , er will vor allem mittelständische Unternehmen durch den Zuschuss bei ihrem Vorhaben begleiten.
Die Mittel sind nicht zurückzuzahlen. Unternehmen, die solche Möglichkeiten von vornherein unbeachtet lassen, nehmen gegebenenfalls große Wettbewerbsnachteile in Kauf.

Die Erfahrung hat auch gezeigt: Noch weniger als die Existenz von nicht rückzahlbaren Zuschüssen ist bei Unternehmen bekannt, dass viele der attraktivsten Förderprogramme über Personalkosten abgerechnet werden, die bei den innovativen Produktentwicklungen eines Unternehmens anfallen: Zwei Unternehmen möchten gemeinsam ein für sie innovatives Produkt entwickeln - z.B. ein neues Messgerät. Kostenpunkt für jedes der Unternehmen: 300.000,- EUR. Gefördert werden bei einem bundesweiten Förderprogramm z.B. bis 50 % der anfallenden Kosten bis max. 150.000,- EUR für jedes antragsberechtigte Unternehmen einzeln - mit folgenden Berechnungsposten: Anfallende Personalkosten + 90 % Gemeinkostenzuschlag der Personalkosten + Fremdkostenzuschlag (max. 25 % der Personalkosten). Hat jedes Unternehmen so z.B. 140.000,- EUR Personalkosten bei dem Projekt und 35.000,- EUR akzeptierte Fremdkosten, erreicht es die Förderhöchstsumme von 150.000,- EUR je Unternehmen (140.000,- EUR Personalkosten + 126.000,- EUR automatisch anerkannte Gemeinkosten plus 35.000,- EUR Fremdkosten: Hiervon 50 %).

Die nicht rückzahlbaren Zuschüsse für Entwicklungsprojekte (dabei muss es sich keineswegs immer um "High Tech" handeln) liegen oft bei 150.000,- bis 1 Million EUR für Mittelständler von 2 bis 250 Mitarbeitern.

Übrigens:
Der teilweise anzutreffende Sprachgebrauch zu nicht rückzahlbaren Zuschüssen mit dem Begriff "verlorene Zuschüsse" hat keinen volkswirtschaftlich sachlichen Hintergrund.

Für den Zuschussempfänger - das Unternehmen - aber auch für den öffentlichen Zuschussgeber ist der Zuschuss nicht verloren.

Der Staat erteilt einen Zuschuss nur dann, wenn er ein Projekt für volkswirtschaftlich sinnvoll erachtet. Die meisten Förderprogramme zu nicht rückzahlbaren Zuschüssen sind auch kleinen und mittleren Unternehmen vorbehalten. Diese möchte der Staat bei ihren Innovationsaktivitäten zusätzlich verstärken, da er diese gerade in Deutschland als den wichtigsten Innovationsträger erkannt hat.

Auch: Je nach Einzelfall sind nicht rückzahlbare Zuschüsse zusätzlich mit staatlich geförderten Krediten ergänzbar. Dazu das weitere Beispiel unter B.7.

B. Zinsgünstige Darlehen/ Verhandlungen mit der Hausbank

1. Wichtig: Einführung in die "Problematik" von öffentlich geförderten Darlehen

Vorweg sehr direkt:
Viele Unternehmer und auch die Kanzlei König haben mit öffentlich geförderten Krediten überwiegend schlechte Erfahrungen gemacht. Ausnahmen erfreulicherweise gerade in neuer Zeit bestätigen die Regel. Dies hängt natürlich von den einzelnen Hausbanken ab, aber auch von neu aufgelegten Programmen, z.B. der KfW.

Kernproblem bei diesen Krediten ist das "Hausbank-Prinzip". Die öffentlichen Darlehen z.B. des Großanbieters KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau des Bundes) müssen fast immer über die Hausbank gestellt werden und sind von der Stellungnahme der Hausbank zum beabsichtigten Kredit abhängig.

Hierbei gibt es häufig zwei polarisierende Konstellationen: Erachtet das Kreditinstitut das Vorhaben oder das Unternehmen für interessant genug, möchte es das Projekt sehr gerne vollständig allein finanzieren, die Thematik "öffentliche Kredite" stört in diesem Zusammenhang nur.

Findet es das Vorhaben oder das Unternehmen nicht interessant genug, ist die Aussicht auf öffentliche Darlehen auch nur ein schwaches Pfund, welches das Unternehmen im Gespräch mit der Bank in die Wagschale werfen könnte. Offen ausgesprochen wird dies von Banken/ Kreditinstituen selten. Schließlich wird auf hoher politischer und Konzern-Ebene zwischen Staat und Banken etc. ein einvernehmliches Handeln zu öffentlich geförderten Darlehen ausgemacht.

Anders formuliert:
Es soll vorkommen, dass bei dem Banker vor Ort, der -unabhängig von politischen Bekenntnissen seiner Konzernspitze gegenüber der KfW- seiner Konzernzentrale gegenüber eindeutige Renditevorgaben zu erfüllen hat, sich das anfangs sehr positiv bewertete Projekt plötzlich schmerzhaft in die Länge zieht -nachdem der Unternehmer auch die Möglichkeit von öffentlich geförderten Darlehen ins Feld geführt hat. Und welcher Unternehmer kann sich langwierige Darlehensbearbeitungen schon ohne Weiteres leisten? Vor allem, wenn am Ende das Ergebnis steht, dass das Projekt nicht als KfW-Kredit, sonst aber gerne finanziert wird.

In jüngerer Zeit hat die Kanzlei König jedoch weitaus positivere Verhandlungen und Aktionen mit einigen Kreditinstituten im Zusammenhang mit KfW-Projektfinanzierungen von mittelständischen Unternehmen erfahren können. Vornehmlich in Zusammenhang mit dem Sonderkonjunkturprogramm für mittelständische Unternehmen, aber auch in Zusammenhang mit anderen, herkömmlichen KfW-Kredtitprogrammen. Dabei waren die Kreditinstitute durchaus als offen und sogar "proaktiv" in dieser Hinsicht zu bezeichen. Und dies bei Kreditvolumen um 1 Mio EUR mit teilweise einer "nur" Haftungsfreistellung der Banken von 60 %.

Alles hängt sehr stark vom jeweiligen potenziellen Darlehensgeber und sehr stark von der Position des Unternehmens gegenüber der Bankenlandschaft ab: Sind die Banken und Kreditinstitute allgemein eher stark um die Finanzierung des Vorhabens/ des Unternehmens bemüht, kann der Unternehmer leichter auf eine teilweise Finanzierung mit zinsgünstigeren öffentlich geförderten Darlehen bestehen.

Auch gibt es Darlehensprogramme, die nicht dem Hausbank-Prinzip unterliegen. Teilweise bestehen in diesem Segment auch sehr attraktive Programme von sogenannten "bedingt rückzahlbaren Zuschüssen". Bei "bedingt rückzahlbaren Zuschüssen" handelt es sich um Darlehen/Zuschüsse, die nur zurückzuzahlen sind, wenn aus dem betreffenden Projekt entsprechend hohe Gewinne erzielt werden nach der Devise: Ohne adäquat erzielte Gewinne keine Rückzahlungsverpflichtung.

Die Kanzlei König bearbeitet aus obig genannten Gründen zum absolut größten Teil nur Förderprogramme zu nicht rückzahlbaren Zuschüssen. Kein Hausbank-Prinzip, nicht zurück zu zahlen. Des Weiteren noch die rarer gesähten Darlehensprogramme, die nicht dem Hausbankprinzip unterliegen.

Falls dennoch das Verlangen der Klärung von Erfolgsaussichten von öffentlichen Darlehen mit Hausbankprinzip besteht, sind wir selbstverständlich im Einzellfall zu einer Berarbeitung hierzu bereit. Daher und aufgrund der Vollständigkeit halber/ zu Ihrer Information die nachfolgenden Ausführungen:

2. Allgemein zu öffentlich geförderten Darlehen, die dem Hausbankprinzip unterliegen:
Bund, Länder und EU gewähren für einen Großteil unternehmerischer Tätigkeiten konditionsgünstige Kredite. Mit am bekanntesten sind die Kredite der KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau des Bundes). Ein häufiges Finanzierungsmodell der KfW sind Kredite bis 50 % oder 60 % der Kosten, die fast immer über die Hausbank abgewickelt werden müssen und die eine positive Beurteilung des Vorhabens durch die Haubank erfordern. Auch existieren Kreditangebote bis zu 100 % der Kosten.

3. Neue Konditionen seit Mai 2005
Seit Mai 2005 wird der jeweilige individuelle Zinssatz des Darlehens bei den sogenannten KfW-Krediten oftmals wie folgt festgelegt:
- Geprüft werden 1. die wirtschaftlichen Verhältnisse des Kreditnehmers -also seine Bonität- und 2. die von ihm für den Kredit gestellten Sicherheiten.
- Dementsprechend wird der Darlehensnehmer in eine Preiskategorie bei der KfW eingeordnet.
- Daran orientiert sich der Zinssatz bei der KfW. Je besser Bonität und Sicherheiten, desto zinsniedriger die Preiskategorie.

4. Beipiel eines Förderprogrammes der KfW mit einer relativ geringen Realisierungswahrscheinlichkeit:
Die KfW gewährt 100 % Kreditförderung für ein unternehmerisches Vorhaben, jedoch ohne Haftungsfreistellung. Die 100 % - Förderung will das Unternehmen in Anspruch nehmen.
Der Antrag muss über die Hausbank gestellt werden. Die Hausbank muss das Projekt begutachten und die Abwicklung zwischen Unternehmer und KfW durchführen. Für diesen Aufwand erhält die Bank eine für sie eher geringe Aufwandentschädigung. Der Anreiz der Hausbank, dieses Projekt zum Erfolg zu führen, ist allgemein zunächst nicht enorm groß. Hier rühren viele negative Erfahrungen von Unternehmern mit öffentlichen Fördermitteln her.

5. "Verhandlungssituation"
Entscheidend ist, in welcher Weise man sich mit den Banken unter dem Aspekt der ergänzenden Finanzierung durch Fördermittel zusammensetzt. Und welche Position man wirtschaftlich hat. Dass die Banken sich mit dem kompletten Fördermittelangebot sehr gut auskennen und dies von sich aus in das Gespräch einführen, ist eher ungewiß. Von der Kanzlei König durchaus erlebte Ausnahmen bestätigen die Regel.

6. Programm mit mittlerer Realisierungswahrscheinlichkeit
Der Anreiz auf Seiten der Hausbank wird wesentlich erhöht, wenn Förderprogramme zur Verfügung stehen, bei denen die öffentlichen Stellen gegenüber der Hausbank Haftungsfreistellungen für die jeweiligen Vorhaben gewähren.

Beispiel eines Förderprogrammes: Der Staat gewährt eine Kreditförderung von bis zu 100%. Dabei wird die Fördersumme hälftig als Fremdkapitaldarlehen und als Nachrangdarlehen gewährt. Das bedeutet im Zusammenhang mit diesem Programm, dass für das Nachrangdarlehen eine Haftungsfreistellung der Bank gewährt wird. Mögliche Fallkonstellation: Das Unternehmen hat ein Investitiionsvorhaben von 2 Mio EUR. Der Bank können Sicherheiten gestellt werden, so dass sie grundsätzlich bereit ist, 50 % des Vorhabens (= 1 Mio EUR) mit einem Kredit zu finanzieren. Die übrigen 50 % werden über die Hausbank bei der öffentlichen Bewilligungsstelle beantragt. Da die Hausbank das Vorhaben für förderungswürdig erachtet, wird der Antrag bewilligt. Hiervon werden somit 25 % als Nachrangdarlehen und 25 % als Eigenkapitaldarlehen zu günstigen Konditionen gewährt. Die Hausbank muss diese 50 % an Darlehenssumme ebenfalls dem Unternehmen zu den günstigen Konditionen zur Verfügung stellen. Vom Staat erhält sie dafür einen - für sie eher geringen- Zinssatz rückvergütet. Ausserdem stellt der Staat sie von dem Kreditrisiko in Höhe des Nachrangdarlehens frei. (25 % = 500.000 EUR).
Fazit: Die Hausbank verdient nach ihren Konditionen an einem Kredit in Höhe von 50 %, von den übrigen 50 % hat sie eine hälftige ( insgesamt also 25%-ige) Haftungsübernahme durch den Staat. Hier ist der Anreiz der Hausbank, das Vorhaben zu unterstützen sicherlich höher als in der 1. Fallkonstellation ohne Haftungsfreistellung.

Beim aktuellen Sonderkonjunkturprogramm mit einer Haftungsfreistellung der Hausbank von teilweise bis zu 90 % ist der Anreiz für die Hausbank natürlich noch wesentlich höher.

Teilweise bestehen Förderprogramme, bei denen die öffentliche Bewilligungsbehörde eine bankgerechte Durchführungs- und Wirtschaftslichkeitsanalyse des Vorhabens vorab durchführt und diese den Banken zur Verfügung stellt. Dies vermindert zusätzlich den Arbeitsaufwand auf Seiten der Hausbank.

7. Kombination von Zuschüssen und Darlehen

Je nach Fallkonstellation und Förderprogrammen können Zuschuss- und Darlehensprogramme auch kombiniert werden. Dadurch erhöht sich der Gestaltungsspielraum im Gespräch mit der Hausbank um ein Weiteres.

Beipiel:

Über ein Förderprogramm werden bis zu 50 % der anfallenden Projektkosten vom Staat mit nicht rückzahlbaren Zuschüssen gefördert. Zum Beispiel von 300.000 EUR Projektkosten werden 150.000 EUR übernommen. Zur Finanzierung der übrigen 50 % gewährt die Hausbank ein Darlehen von 75.000 EUR zu ihren Konditionen. Für die übrigen 75.000 EUR stellt das Unternehmen über die Hausbank einen Kreditantrag beim Staat, welcher bewilligt wird. Auch diesen Betrag muss die Hausbank dem Unternehmen zur Verfügung stellen. Für 37.500 EUR gewährt der Staat aber der Bank eine Haftungsfreistelltung.
Sicherlich handelt es sich vorliegend um eine besonders günstige Förder- und Darlehenssituation. Es soll jedoch aufgezeigt werden, welches Spektrum an Möglichkeiten in Betracht kommt.

C. Daneben gibt es noch Bürgschaften und Beteiligungen.

Bei den Bürgschaften stellen EU, Bund und Länder dem Unternehmen gegenüber seinen Kreditgebern für die Besicherung von Krediten EU-, Bundes- und Landesbürgschaften zur Verfügung.
Beteiligungen sind im Fördermittelangebot von EU, Bund und Ländern in den unterschiedlichsten Ausführungen enthalten. Der Bund geht z.B. stille Beteiligungen an kleinen Unternehmen ein, ohne sich an der Geschäftsführung beteiligen zu wollen.

Bürgschaften und Beteiligungen sind je nach Fall- und Förderkonstellation grundsätzlich mit anderen Förderinstrumenten wie z. B. Zuschüssen und Darlehen kombinierbar.